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DOG-Sektionen: DOG-Glaukom Über die Sektion Übersicht DOG-Sektionen Definition des Glaukoms Die Definition des Glaukoms hat schon seit der Entstehung des Krankheitsbegriffes, vor allem aber in den letzten Jahren, einen bemerkenswerten Wandel durchgemacht: Unter dem Begriff „Glaukom" faßt man heute eine heterogene Gruppe von Augenerkrankungen (auch: Glaukome) zusammen, die zu einer progredienten Schädigung des Sehnerven mit Verlust visueller Funktion führen. Der individuell zu hohe Augeninnendruck (IOD) ist ein wichtiger pathogenetischer und Risikofaktor der Erkrankung, aber kein unabdingbarer, fester Bestandteil der Glaukomdefinition mehr. Das macht vielen Ärzten, aber auch Patienten gleichermaßen zu schaffen, war doch früher das Glaukom ganz überwiegend über den erhöhten IOD definiert. Trotz vieler Einwände erscheint diese Änderung der Definition gerechtfertigt: Einerseits gibt es viele Gesunde, die einen deutlich über der Norm (in der Regel über 21 mm Hg) erhöhten IOD haben, ohne aber jemals ein Glaukom zu entwickeln (okuläre Hypertension). Andererseits haben viele Patienten einen IOD innerhalb der statistischen Norm, entwickeln aber trotzdem einen typischen Glaukomschaden an Sehnerv und Gesichtsfeld. Konsequenterweise mußte daher die absolute „Erhöhung" des IOD aus der Definition des Glaukoms weichen. Von Bedeutung für die individuelle Pathogenese des Glaukoms scheint weniger die statistische, absolute als vielmehr die individuelle, relative Höhe des IOD zu sein. Als Kompromiß scheint akzeptabel, das beim Glaukom der individuelle IOD für eine bleibende normale Funktion des Sehnervenkopfes zu hoch ist. Das Problem liegt jedoch darin, das diese individuell akzeptable IOD-Grenze für einen gegebenen Patienten bisher in keiner Weise vorausgesagt werden kann. Allgemein akzeptiert ist in der Zwischenzeit auch, das vaskuläre Faktoren im Sinne einer Minderdurchblutung der Papille beim Glaukom ebenfalls von Bedeutung sind. Die wechselvolle Geschichte der Glaukomdefinition, die vermutlich noch nicht abgeschlossen ist, untersuchten für den Verlauf der letzten 20 Jahre Bathija et al. (1998), indem sie alle Artikel zum Thema Offenwinkelglaukom der Jahre 1980, 1985,1990 und 1995 in führenden amerikanischen Fachzeitschriften auswerteten. 36% der insgesamt 120 Artikel mit Definitionen führten die Kriterien Papille und Gesichtsfeld an, 26% nur das Kriterium Gesichtsfeld, 20% nur den IOD und 5 % nur die Papillenveränderungen. In den 80er Jahren enthielten 74% der Publikationen zu den Kriterien Papille und/oder Gesichtsfeld nur allgemeine qualitative Aussagen, wie z. B. „charakteristische glaukomatöse Veränderungen". In den 90er Jahren gaben - sofern diese Kriterien genannt wurden - 34% der Artikel spezielle Beschreibungen der Papille und 61% spezielle Gesichtsfeldkriterien. Auch in den 90er Jahren benutzten noch fast 20% den IOD als einziges Kriterium der Definition des Offenwinkelglaukoms. Es gibt also noch keine allgemein akzeptierte Glaukomdefinition! |
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Prof.Dr.Norbert Pfeiffer |